Mädesüß - Das Aspirin der Natur


Wenn ich zurzeit durch die Felder laufe, sehe ich in den Gräben neben den Wegen
- Mädesüß mag es feucht - häufig die zarten wolkigen Blütenbüschel des Mädesüß.
Die Pflanze kann bis zu zwei Meter hoch werden.
Ihre gezackten Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün glänzend,
die Unterseite ist silbrig und ein wenig filzig.
Die weißen wolkigen Blüten bestehen aus vielen kleinen Blütensternen und duften fein süßlich.


Mädesüß ist eine alte - für viele unbekannte - Heilpflanze.
Schon die Germanen setzten sie gegen Schmerzen
ein.

Später stellte man fest, dass die Blüten des Mädesüß Vorläufersubstanzen

der Salicylsäure enthalten, die ählich wirken, wie das bekannte Aspinin.


Für die Grippezeit habe ich mir eine Tinktur angesetzt, die fiebersenkend und schmerzstillend sein kann.

Dafür habe ich ein Schraubglas mit Mädesüßblüten, die ich in der Mittagszeit an einem trockenen Tag gesammelt habe, gefüllt und es dann mit 40 %igem Alkolhol aufgefüllt.
(Ich nehme meistens Wodka oder Doppelkorn)

Das Glas steht nun bei mir neben den anderen Ansätzen auf den Fensterbank.
Jedes Glas wird mit dem jeweiligen Inhalt und dem Datum des Ansatzes beschriftet, damit ich weiß,
wann die Tinktur lange genug gezogen hat, abgefiltert und in eine dunkle Flasche gefüllt werden kann.
Bei der Mädesüß-Tinktur sind es 4 Wochen.

 

Die Tinktur kann auch äußerlich bei schmerzenden Gelenken zum Einreiben genutzt werden.

 

Tipp: Wenn sie Aspirin nicht vertragen, dann sollten Sie auch Mädesüß nicht nutzen.

 

Aus den hübschen Blüten lässt sich auch ein schmackhafter Sirup herstellen,
mit dem man einen feinen Sekt-Cocktail, oder mit Mineralwasser eine leckere Limonade machen kann.
Dafür koche ich 1 l Wasser mit 1 kg Zucker auf, füge ein Päckchen Zitronensäure hinzu
und gieße die Zuckerlösung über etwa 10 Mädesüß-Blütenrispen.
(Die Blüte sollten nicht gewaschen werden, weil man dann die wertvolle Blütenpollen mit entfernt. 
Ich schüttele die Rispen kurz aus und vergewissere mich, dass sich kein Getier mehr darin festhält.)
Zu dem Ansatz füge ich noch eine in Scheiben geschnittene Bio-Orange hinzu
und lasse alles mindestens 24 Stunden ziehen.
Dann filtere ich den Sirup durch ein feines Sieb ab (ich nehme dafür einen Kaffee Dauerfilter),
koche ihn noch einmal kurz auf und fülle ihn noch heiß in Flaschen, die ich sofort verschließe.

 

Etwas Besonderes ist der leckere, eher herbe, selbst gemachte Mädesüß-Likör.
Dafür sammle ich 50 g Blütenrispen schüttele ungewünschtes Getier heraus (nicht waschen)
und gebe sie mit 20 g Zucker und 0,7 l Wodka in eine verschließbare Flasche.
Den Inhalt lasse ich am Fenster ziehen. Zwischendurch wird er immer mal wieder geschüttelt
Nach 2 Wochen seihe ich den Inhalt ab, genieße ein Gläschen und fülle den Rest in kleine Flaschen ab.

Toll schmecken auch Desserts aus Sahne oder Milch, die mit Mädesüß-Blüten aromatisiert wurde.
Ich koche die 
Sahne bzw. Milch mit den Blüten kurz auf und lasse sie ziehen,
bis die Flüssigkeit abgekühlt ist. Dann nehme ich die Blüten heraus.
Die aromatisierte Sahne in den Kühlschrank geben und wenn sie kalt ist, aufschlagen.
Die Milch direkt zu leckerem Milchreis, Pudding oder Grießbrei weiter verarbeiten.

 

 

 

 

Ein Tee aus frischen oder getrockneten
Mädesüß-Blüten schmeckt nicht nur lecker fruchtig herb, er kann auch leicht schmerzlindernd und fiebersenkend wirken.